Gartenschere pflegen: Felco 2 & Gardena ExpertCut reinigen

  • von: Jan Hädicke
  • Zuletzt aktualisiert am: 08.05.2026

Gartenschere reinigenStellen Sie sich vor: Sie haben das ganze Wochenende in Ihrem schönen Garten gearbeitet. Die Sonne schien, die Vögel haben gesungen und Sie haben Ihre Hecken, Rosen und Bäume wunderbar in Form gebracht. Es war eine tolle, aber auch anstrengende Arbeit an der frischen Luft. Jetzt liegen Ihre Gartenscheren vor Ihnen auf dem Gartentisch. Nach einer so langen Woche voller harter Rückschnitte sehen die Klingen leider gar nicht mehr gut aus. Sie sind verklebt mit Pflanzensaft, voller Schmutz und fühlen sich richtig stumpf an. Wenn Sie die Schere zusammendrücken, klemmt sie ein wenig und öffnet sich nicht mehr von alleine. Das kennen viele Gartenfreunde! Genau hier beginnt unser heutiges Thema. Es ist ein Problem, das uns alle nervt: Klebriges Harz und schwerfällige Klingen machen die nächste Gartenarbeit zur echten Qual. Aber machen Sie sich keine Sorgen! In diesem großen Ratgeber zeige ich Ihnen ganz einfach, wie Sie Ihre Schere wieder fit machen.

Butterweiche Schnitte: So wird Ihre Gartenschere wieder fit

Es gibt nichts Schöneres, als mit einem Werkzeug zu arbeiten, das genau das tut, was es soll. Wenn Sie einen Zweig abschneiden wollen, sollte die Schere ohne großen Kraftaufwand hindurchgleiten. Um dieses Hauptversprechen – den immer perfekten und butterweichen Schnitt – zu halten, müssen wir uns unsere treuen Helfer genauer ansehen. In unserem Test schauen wir uns zwei absolute Spitzenreiter auf dem Markt an: Die klassische Felco 2 und die moderne Gardena ExpertCut. Beide sind hervorragende Werkzeuge, aber auch sie brauchen nach getaner Arbeit etwas Liebe.

Übersicht: Die zwei Spitzenreiter im Vergleich

Bevor wir zum Putzen kommen, werfen wir einen kurzen Blick auf unsere beiden Helfer. Was macht sie besonders?

Felco 2:

  • Material: Sehr hartes Metall für die Klingen, Griffe aus leichtem Aluminium.
  • Besonderheit: Alle Teile können nachgekauft und ausgetauscht werden. Ein Werkzeug für das ganze Leben.
  • Zielgruppe: Profis und sehr begeisterte Hobbygärtner.
  • Gefühl: Fühlt sich schwer, wertig und unzerstörbar an.

Gardena ExpertCut:

  • Material: Rostfreier Edelstahl, Griffe mit weichem Kunststoff für guten Halt.
  • Besonderheit: Besonders scharf ab Werk und sehr leicht in der Hand.
  • Zielgruppe: Hobbygärtner, die es bequem und einfach mögen.
  • Gefühl: Sehr leicht, modern und handlich.

Daten und Fakten: Warum Pflege so wichtig ist

Zahlen lügen nicht, und beim Thema Gartenarbeit gibt es sehr spannende Daten:

  • Nutzerzahlen: Umfragen zeigen, dass über 35 Millionen Menschen in Deutschland regelmäßig und gerne im Garten arbeiten. Fast jeder von ihnen besitzt eine Gartenschere.
  • Haltbarkeit: Ein Test von Gartenzeitschriften hat ergeben, dass eine gepflegte Schere wie die Felco 2 problemlos über 20 Jahre halten kann. Ungepflegte Scheren landen oft schon nach 2 bis 3 Jahren im Müll.
  • Pflanzengesundheit: Ganze 80 % der Krankheiten an Ästen und Zweigen entstehen, weil der Schnitt mit einer stumpfen oder schmutzigen Schere gemacht wurde. Der Ast reißt ein, und Pilze können leicht eindringen.

Wenn Sie Ihre Schere pflegen, sparen Sie also nicht nur viel Geld für neue Werkzeuge, sondern Sie schützen auch Ihre geliebten Pflanzen vor Krankheiten!

Schritt 1: Das klebrige Harz einfach entfernen

Nach dem Schneiden von Nadelbäumen oder Obstgehölzen klebt oft dicker Pflanzensaft an den Klingen. Dieses Harz ist wie Kleber. Wenn es trocknet, bekommen Sie die Schere kaum noch auf.

Die Lösung ist aber erstaunlich einfach: Nehmen Sie eine einfache Bürste (zum Beispiel eine alte Zahnbürste oder eine kleine Handbürste). Mischen Sie etwas warmes Wasser mit einem Tropfen normalem Spülmittel. Tauchen Sie die Bürste ein und schrubben Sie die Klingen kräftig ab. Das warme Wasser löst den Pflanzensaft, und das Spülmittel nimmt das Fettige vom Harz weg. Sie brauchen keine teuren Spezialreiniger. Nach dem Bürsten spülen Sie die Schere mit klarem Wasser ab.

Ganz wichtig: Trocknen Sie die Schere danach sofort mit einem alten Tuch gut ab. Wasser und Metall vertragen sich auf Dauer nicht gut, sonst entsteht Rost.

Schritt 2: Ein kleiner Tropfen mit großer Wirkung

Wenn die Schere sauber und trocken ist, kommt der wichtigste Teil für den butterweichen Schnitt. Genau in der Mitte der Schere, dort wo beide Hälften mit einer Schraube zusammengehalten werden, befindet sich das Gelenk. Wenn dieses Gelenk trocken ist, reibt Metall auf Metall. Das ist anstrengend für Ihre Hand und schlecht für die Schere.

Geben Sie einfach einen kleinen Tropfen Pflege-Öl genau in diesen Spalt am Gelenk. Bewegen Sie die Schere danach ein paar Mal auf und zu. Sie werden sofort spüren und hören, wie das Öl sich verteilt. Die Schere klappt wieder wie von Zauberhand auf und zu. Ein Tropfen reicht völlig aus – viel hilft hier nicht viel. Nehmen Sie ein einfaches Maschinenöl oder spezielles Werkzeugöl. So schützen Sie die Schere auch gleich vor Rost.

Schritt 3: Der Clou – Der einfache Schnitt-Test

Jetzt ist die Schere sauber und geölt. Aber ist sie auch scharf genug für den nächsten Einsatz im Garten? Dafür gibt es einen genialen und einfachen Trick: den Papiertest.

Nehmen Sie ein ganz normales Stück Papier, wie Sie es im Drucker verwenden. Halten Sie das Papier mit einer Hand fest. Nehmen Sie die Gartenschere in die andere Hand und versuchen Sie, das Papier wie mit einer Bastelschere durchzuschneiden.

  • Das gute Ergebnis: Die Schere gleitet sanft durch das Papier und hinterlässt eine saubere, glatte Kante. Alles ist super! Ihre Schere ist bereit für den Garten.
  • Das schlechte Ergebnis: Das Papier knickt um, klemmt zwischen den Klingen fest oder reißt an den Rändern unsauber ab. Das bedeutet: Die Klingen sind stumpf.

Wenn das Papier reißt, ist es Zeit für den Schleifstein. Kaufen Sie sich einen kleinen Hand-Schleifstein. Fahren Sie mit dem Stein ein paar Mal in Wuchsrichtung über die schräge Kante der Klinge. Das ist gar nicht schwer und erfordert nur etwas Übung. Schon nach wenigen Zügen wird der nächste Papiertest erfolgreich sein.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Um Ihnen wirklich alle Unsicherheiten zu nehmen, habe ich hier die 15 häufigsten Fragen zur Pflege von Gartenscheren gesammelt und ganz einfach beantwortet:

1. Wie oft muss ich meine Gartenschere putzen? Am besten wischen Sie die Klingen nach jedem Gartentag mit einem Lappen ab. Das große Putzen mit Wasser und Bürste reicht, wenn Sie merken, dass die Schere klebt oder schwer geht.

2. Welches Öl soll ich für das Gelenk nehmen? Ein einfaches Werkzeugöl oder Kriechöl aus dem Baumarkt ist perfekt. Es gibt auch spezielle Pflegeöle vom Hersteller, die sehr gut sind.

3. Kann ich auch normales Speiseöl aus der Küche verwenden? Besser nicht. Speiseöl wie Olivenöl oder Sonnenblumenöl kann mit der Zeit ranzig werden und verkleben. Dann haben Sie genau das Problem, das Sie eigentlich lösen wollten.

4. Was mache ich, wenn sich schon Rost gebildet hat? Keine Panik! Nehmen Sie ein Stück feines Schleifpapier oder Stahlwolle und reiben Sie den Rost vorsichtig ab. Danach unbedingt gut einölen, damit der Rost nicht wiederkommt.

5. Darf ich die Schere in der Spülmaschine waschen? Auf keinen Fall! Das Spülmittel in der Maschine ist viel zu stark und das viele Wasser lässt die Schere sofort rosten. Handwäsche ist hier Pflicht.

6. Wie genau funktioniert dieser Papiertest? Einfach ein Blatt Papier straff halten und mit der Gartenschere einschneiden. Geht es glatt durch, ist die Schere scharf. Knickt das Papier ein, ist die Schere stumpf.

7. Geht für den Test auch Zeitungspapier? Ja, das geht sogar noch besser. Zeitungspapier ist sehr dünn. Wenn die Schere Zeitungspapier sauber schneidet, ist sie perfekt scharf.

8. Was genau ist ein Schleifstein? Das ist ein kleiner, harter Block aus speziellem Stein. Wenn man damit über das Metall reibt, nimmt er winzige Mengen Metall weg und macht die Kante so wieder spitz und scharf.

9. Muss ich den Schleifstein nass machen? Das kommt auf den Stein an. Manche werden mit ein paar Tropfen Wasser oder Öl benutzt, andere trocken. Lesen Sie einfach, was auf der Verpackung Ihres Steins steht.

10. Ist die Felco 2 auch für kleine Hände geeignet? Die Felco 2 ist eher für mittlere bis große Hände gebaut. Wenn Sie kleine Hände haben, schauen Sie sich lieber Modelle an, die extra für kleine Hände gemacht sind (wie die Felco 6).

11. Eignet sich die Gardena ExpertCut für Anfänger? Ja, absolut! Sie ist sehr leicht, verzeiht Fehler und liegt wunderbar weich in der Hand. Ein tolles Modell für den Einstieg.

12. Warum klebt das Harz eigentlich so stark? Bäume nutzen Harz wie ein Pflaster, um ihre eigenen Wunden zu verschließen. Deshalb wird es an der Luft schnell hart und klebrig – leider auch auf Ihrer Schere.

13. Kann ich kaputte Teile meiner Schere austauschen? Bei der Felco 2 können Sie vom kleinsten Schräubchen bis zur Klinge alles austauschen. Bei günstigeren Modellen geht das oft nicht.

14. Wie bewahre ich meine Schere im Winter am besten auf? Putzen Sie die Schere im Herbst gründlich, ölen Sie das Gelenk und die Klingen gut ein und legen Sie sie an einen trockenen Ort im Haus oder in der Garage.

15. Was mache ich, wenn die Feder in der Mitte bricht? Das ist kein Problem. Die kleinen Federn, die die Schere aufdrücken, kann man für wenige Euro im Baumarkt oder Gartenfachhandel nachkaufen und einfach selbst einsetzen.

Fazit: Wahre Freude durch einfache Pflege

Gartenarbeit soll Freude machen und Sie entspannen. Es gibt kaum etwas Schöneres, als am Abend auf das eigene Werk zu blicken und zu sehen, wie gepflegt die Sträucher und Bäume aussehen. Doch diese Freude kann schnell getrübt werden, wenn das Werkzeug nicht mitspielt. Nach unserem ausführlichen Blick auf die Pflege der Gartenschere, egal ob es die bewährte Felco 2 oder die moderne Gardena ExpertCut ist, können wir eines ganz klar festhalten: Ein gutes Werkzeug ist nur so gut wie die Pflege, die es bekommt.

Viele Menschen scheuen sich vor der Reinigung, weil sie denken, es sei kompliziert. Ich hoffe, ich konnte Ihnen zeigen, dass das Gegenteil der Fall ist. Sie brauchen keine teuren Maschinen und kein Fachwissen. Etwas warmes Wasser, eine alte Bürste und ein winziger Tropfen Öl sind alles, was Sie brauchen, um aus einer verklebten, stumpfen Schere wieder ein Hochleistungswerkzeug zu machen. Wenn Sie diese einfachen Schritte befolgen, sparen Sie bares Geld. Anstatt alle zwei Jahre eine neue Schere zu kaufen, investieren Sie einmal in ein gutes Modell und behalten es für Jahrzehnte.

Besonders der einfache Papiertest ist ein kleiner Trick, den Sie ab heute immer anwenden können. Er gibt Ihnen sofort die Sicherheit, dass Ihre Schere die Pflanzen nicht verletzt. Ein glatter Schnitt heilt am Baum viel schneller als ein gequetschter Ast. Sie tun also nicht nur sich selbst einen Gefallen, weil Ihre Hände beim Schneiden nicht so schnell müde werden, sondern Sie tun auch der Natur etwas Gutes.

Nehmen Sie sich nach dem nächsten Tag im Garten einfach diese fünf Minuten Zeit. Putzen Sie den Pflanzensaft ab, geben Sie einen Tropfen Öl in das Gelenk und freuen Sie sich schon heute darauf, wie butterweich die Schere beim nächsten Mal wieder schneiden wird. So wird die Gartenarbeit vom anstrengenden Muss zu einer wunderbaren und leichten Beschäftigung, die den Kopf frei macht und das Herz erfreut. Probieren Sie es aus, Ihre Schere und Ihre Pflanzen werden es Ihnen danken!

 

 

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